In Zukunft soll der Computer im Fahrzeug das Steuer übernehmen, weswegen für die Erforschung des automatisierten Fahrens eine Vielzahl an Daten benötigt werden. Aus diesem Grund hat das Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik der Universität Ulm und das Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in der Woche des 12. Dezembers 2016 eine gemeinsame Messkampagne im Ulmer Stadtzentrum durchgeführt. Zur Untersuchung des korrekten Verhaltens der automatisierten Fahrzeuge kamen beide Versuchsträger der Universität Ulm zum Einsatz. Das DLR sorgte für den Aufbau einer stationären Messeinrichtung vor Ort.

Anhand der aufgenommen Daten wird nicht nur die aktuelle Verkehrslage und Fahrzeugumgebung, sondern auch das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger oder Fahrradfahrer, untersucht. Für das gemeinsame Messprojekt wurde in der Ulmer Innenstadt eine spezielle Infrastruktursensorik aufgebaut, welche in der Lage ist, in ihrer Umgebung das Verhalten aller Verkehrsteilnehmer zu erfassen. Das Testgebiet entlang der Neuen Straße in Ulm bietet ein besonders hohes Verkehrsaufkommen von Passanten und Fahrzeugen. Ein besonderer Teilbereich ist die Neue Mitte, in der die meisten Interaktionen zwischen Fußgängern und Fahrzeugen stattfinden, was für die automatisierte Fahrt noch eine der größten Herausforderung darstellt. Auch wenn die Versuchsfahrzeuge der Universität Ulm automatisiert unterwegs sind, kann ein Sicherheitsfahrer jederzeit korrigierend eingreifen, falls das System an seine Grenzen kommen sollte.

Anhand der in diesem Projekt gewonnenen Daten ist es das Ziel, mittels speziell entwickelten Algorithmen, eine Vorhersage des Verhaltens der Verkehrsteilnehmer zu verbessern. Die Berücksichtigung der Interaktionen soll helfen, das automatisierte Fahren auch in diesen herausfordernden Situationen sicher zu machen. Die Infrastruktursensorik des DLR erfasst dabei ein Gesamtbild der Verkehrslage der Fahrzeugumgebung, währenddessen die Fahrzeugsensorik der automatisierten Versuchsträger der Uni Ulm eigene Daten aufzeichnet die später gemeinsam mit den Daten des DLRs ausgewertet werden.

Durch den entstandenen Kooperationsvertrag zwischen dem Institut für Verkehrssystemtechnik des DLRs und der Universität Ulm werden auch in Zukunft Synergien zur Absicherung von automatisierten und vernetzten Fahrzeugen genutzt, sowie diese in praxisrelevanten Anwendungen erprobt.

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