Forscherverbund zeichnet Experten für Fahrer-Fahrzeug-Interaktion sowie eine herausragende Dissertation auf dem Gebiet der Fahrzeugautomatisierung aus.

Walting (Altmühltal), 26.09.2018.
Dietrich Manstetten ist der diesjährige Preisträger des Uni-DAS-Awards für herausragende Persönlichkeiten auf dem Gebiet der Fahrerassistenzsysteme und der Fahrzeugautomatisierung. Mit diesem Preis ehrt der universitäre Forschungsverbund Uni-DAS e.V. den Experten für Fahrer-Fahrzeug-Interaktion der Robert Bosch GmbH. Dr. rer. nat. Manstetten zeichnet besonders die Interdisziplinarität aus. Er verbindet Mathematik, Informatik, Verkehrssystemtechnik und Psychologie zur Beantwortung der großen Fragen zur Interaktion des Menschen mit der Technik der Fahrerassistenz und des automatisierten Fahrens. Der Preis wurde im Rahmen des diesjährigen zwölften Workshops für Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren überreicht.
Aus der Mathematik kommend hat Dr. Manstetten bei Bosch über die Verkehrssimulation den Weg zum Themenbereich Mensch-Maschine-Interaktion gefunden. Er hat erfolgreich die Methoden der Fahrsimulation für eine menschzentrierte Assistenzsystementwicklung etabliert, um das Fahren sicherer zu machen und das Fahrerlebnis positiv zu gestalten. Seit vielen Jahren gelingt es Dr. Manstetten, öffentlich geförderte Projekte für diese Mission zu initiieren, zu leiten und zu moderieren. Er ist zugleich Vorsitzender des Arbeitskreises 2 „Mensch als Fahrzeugführer“ der Forschungsgesellschaft Automobiltechnik (FAT). Besonders wurde in der Laudatio von Prof. Dr. Hermann Winner seine Fähigkeit hervorgehoben, die Sichten von Fahrzeugherstellern, Zulieferern und Forschungseinrichtungen unter einen Hut zu bringen. Wie sehr ihm an der guten Zusammenarbeit mit Universitäten gelegen ist, zeigt sich auch im Lehrauftrag und seiner Berufung als Adjunct Professor am Chair of Signal Processing an der Univ. der Bundeswehr.

Der Uni-DAS-Wissenschaftspreis für herausragende Dissertationen wurde Dr. Marius Cordts für seine Doktorarbeit über „Understanding Cityscapes: Efficient Urban Semantic Scene Understanding“ verliehen. Durch seine Dissertation hat er einen neuen Beitrag zum Verstehen städtischer Verkehrsszenen geleistet, womit die Leistungsfähigkeit automatischer Fahrzeuge erhöht wird, wie Prof. Dr. Christoph Stiller vom Karlsruher Institut für Technologie in seiner Laudatio ausführte. Die Forschungsarbeit entstand an der TU Darmstadt (Prof. Stefan Roth, Ph.D., Visual Inference Lab) in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Dr. Uwe Franke, dem ADAS-Award-Preisträger des Jahres 2014, Daimler AG.
Die deutschen Forschungsaktivitäten zu Fahrerassistenzsystemen und automatisierten Fahrzeugen genießen internationales Ansehen. Bereits 2010 wurde der Forschungsverbund Uni-DAS (www.uni-das.de) ins Leben gerufen, um junge Wissenschaftler in diesem Bereich zu fördern und um interdisziplinär zur öffentlichen Diskussion über dieses Thema beizutragen. Das seit Februar 2018 laufende BMBF-Projekt UNICARagil geht auf eine gemeinsame Initiative dieses Verbundes zurück und hat zum Ziel, in vier Jahren wegweisende Konzepte für fahrerlose Fahrzeuge zu entwickeln.

Der Vorsitz von Uni-DAS wechselt am 01.10.2018 von Prof. Dr. Klaus Bengler von der TU München zu Prof. Dr. Hermann Winner von der TU Darmstadt, Prof. Dr. Lutz Eckstein von der RWTH Aachen ist Stellvertretender Vorsitzender. Als Schwerpunkte für die neue Amtszeit werden die Förderung des wissenschaftlichen Austausches und die Stärkung der universitären Lehre auf dem Gebiet gesehen, aber auch die Stärkung der Rolle als unabhängige Informationsinstanz im Trubel der sich überschlagenden, oftmals überzeichneten Darstellungen von Hoffnungen und Befürchtungen um das automatisierte Fahren.

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